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Alle Märchen beginnen mit dem vertrauten „Es war einmal“, auch das Märchen von der Nixe Titi.

Kurz, es war einmal ein Musensohn, Enzio geheißen, der unterwegs zur Universität in Freiburg, in Lenzkirch beim Obervogt des Städtleins einkehrte. Und schon verliebte er sich in die entzückende Nichte des väterlichen Freundes und Gastgebers. Eines schönen Tages nun wanderte der Studiosus auf’s Gratewohl durch die damals noch unwirtlichen Wälder des Schwarzwaldes, geriet in ein fürchterliches Unwetter, verirrte sich und stürzte in einen sturmgepeitschten Bergsee – dem Titisee. Schon glaubte er sich verloren, als ein zauberhaft schönes Wesen ihn rettete. Die schöne Nixe Titi…

In die Nixe Titi, das bezaubernde Seefräulein, verliebte sich Enzio. Zwar verschwand tagsüber Titi im See, um aber nächtlicher Weile wieder zu ihrem Geliebten zurückzukehren. Nun konnte freilich der Musensohn nicht ewig am Gestade des Sees die Zeit verbringen. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als wieder nach Lenzkirch zurück zu gehen, wo der Obervogt und seine Nichte sich kummervolle Gedanken darüber gemacht hatten, was wohl dem jungen Gast zugestoßen sein könnte. Enzio fühlte Herz und Gewissen auf’s schwerste bedrängt und legte dem Obervogt ein rückhaltloses Geständnis ab. Dem eindringlichen Zuspruch des Gastgebers, der als gütevoller Berater sich erwies, verschloss sich Enzio nicht, verließ sein Nixlein vom Titisee, eilte nach Freiburg, setzte sein Studium fort und konnte überraschend schnell nach wohlbestandener Prüfung die Universität verlassen. Im Münster der Breisgaustadt wurde Obervogts Nichte schließlich Enzios junge Frau…

Und was wurde aus der Nixe Titi?

Und Titi? Was wurde aus ihr? Titi wartete zunächst Nacht um Nacht am Ufer des Titisees vergeblich auf den Freund. Da aber der Erdensohn sich nicht blicken ließ, erschloss sie sich ihrem Vater, dem mächtigen Seekönig Titirex. Der griff wutentbrannt nach seinem Dreizack, stieß diesen in den Grund des Sees, um die brausenden Wildwasser auf Freiburg abstürzen zu lassen. Mit dem treulosen Enzio sollte das ganze Menschengezücht vernichtet werden. In Titi’s Herz indes brannte noch immer die Liebe zu Enzio. Und so verstopfte das Nixlein mit seinem Schleier den Ausfluss des Bergsees und verhütete das Unheil, das Titirex hatte anrichten wollen. Alle tausend Jahre nun gerät einer der Fäden von Titi’s Schleier in Fäulnis. Erst wenn der letzte Faden verfault ist, bricht das Gericht über die Dreisamstadt herein. Doch es sind viele tausend Fäden, aus denen Titi’s Schleier gewoben ist. In mondhellen Nächten aber taucht Titi aus dem nach ihr genannten unvergleichlichen Bergsee empor und träumt von Enzio.

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